Unsere Chronik

Als erste Feuerwehr des Oberen Lavanttales begeht die Feuerwehr Bad St. Leonhard im Jahr 2010 ihr 140-jähriges Bestandsjubiläum.

Verantwortungsbewusste und opferbereite Männer in den damaligen Gemeinden verschrieben sich dieser edlen Aufgabe den Mitmenschen bei Bränden und anderen Notständen beizustehen und sie vor Schaden zu bewahren.  

 

Dem Kärntner Feuerwehrverbande wurde am 4. März 1871 beigetreten.

Im März 1871 wurde beschlossen, neben anderen Ausrüstungsgegenständen eine Jauksche Karrenspritze aus Leibzig zu bestellen.

 

Auch damals wurden schon Sportwarte gewählt, um die Feuerwehrmänner körperlich zu ertüchtigen. Ebenso wurde im 2. Jahrzehnt des Bestehens ein Feuerwehr Gesangsquartett und 1885 eine Feuerwehr Musikkapelle gegründet.

Schon zur damaligen Zeit kam es immer öfter zu verschiedenen Bränden von bäuerlichen Anwesen und auch Bränden im Stadtbereich. Nach einem verheerenden Brand 1892, die gesamte obere Stadt brannte nieder. Es wurde an die „Stadt Comune“ das Ersuchen um Anschaffung der notwendigen Leitern und Ausrüstungsgegenstände herangetragen.

 

Für tapferes Verhalten nach einem Brand in Wisperndorf wurden mehrere Kameraden in der Chronik besonders festgehalten und ein Kamerad erhielt Schadenersatz von 8 Gulden, da er sich beim Brand „Am Schlatt“, Schuhe und Hose verbrannt hat.

1901 wurde der Bezirks Verband gegründet und die Erste Bezirksversammlung wurde in Bad St. Leonhard abgehalten.

1903 wurde eine eigene Rettungsabteilung innerhalb der Wehr gegründet. Deren langjähriger Führer war der allseits hochgeachtete Oberlehrer Poleßnig.

 

Der Ausbruch und Verlauf des 1. Weltkrieges riss manche Lücke in den Reihen der Feuerwehrkameraden. Ebenso ungünstig wirkte sich auch die Nachkriegszeit auf das Vereinsleben aus. Große finanzielle Sorgen bereitete auch die unbedingt notwendige Anschaffung einer Motorspritze. Der Kaufvertrag wurde in der Höhe von 9,8 Millionen Kronen abgeschlossen. Er konnte nur durch großzügige Unterstützung – heute würde man Sponsoring sagen- aus der Bevölkerung und Firmen, Forstverwaltungen, einem Konzert und einer Silvestertombola aufgebracht werden.

 

MR Dr. Weishaupt stellte in dieser Zeit seine Eigenerfindung einer Schlauchnieterei gratis der Feuerwehr zur Verfügung.

 

 

 

1939 – 1945 erschütterte die Welt wieder ein großes Völkerringen und brachte wohl in jede Familie Tränen und Leid und hemmte weitgehend jedes Vereinsleben.

Im Jahre 1970 wurde das erste Tanklöschfahrzeug, TLFA 2000-Mercedes 913 im Abschnitt Oberes Lavanttal für die Feuerwehr Bad St. Leonhard in Dienst gestellt. 1981 kommt das 2. TLFA1500- Mercedes Unimog dazu. Die Geländegängigkeit dieses Fahrzeuges ist heute noch trotz bereits besserer Technik unumstritten.

 

1982 konnte nach mehrjähriger Bauzeit das neue, ebenfalls in der Postgasse befindliche Rüsthaus mit einem würdigen Fest zur Freude aller Wehrkameraden seiner Bestimmung übergeben werden.  Damit hatten die alten, räumlich äußerst engen, Verhältnisse im alten Rüsthaus ausgedient.

 

Durch die Eröffnung des Teilstückes Graz - Bad St. Leonhard der Südautobahn im Jahr 1982 kommt es zu einer rasanten Steigerung der Einsätze bzw. Hilfeleistungen.

Am 26.12.1983 brannte im dicht verbauten Dorfbereich in Mauterndorf das Wirtschaftsgebäude des Josef Rabensteiner vlg. Bischof bis auf die Grundmauern nieder.

Durch den Einsatz aller Wehren des Feuerwehrabschnittes konnte das Vieh unbeschadet gerettet werden. Auch weitere, nur wenige Meter neben dem Brandobjekt stehende Wirtschaftsgebäude und Bauernhäuser, konnten vor Schäden bewahrt werden.

Durch die Vielzahl der Einsätze auf der Autobahn musste ein weiterer Fahrzeugankauf in die Wege geleitet werden. 1986 wurde ein Puch-G, KRF-S mit damals neuer Innovation, wie eingebauter Bergesatz und integrierter pneumatischer Lichtmast angekauft. Damit war die Wehr für die Einsätze auf Verkehrsflächen bestens ausgerüstet.

 

Die Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1987 dürfte allen Bewohnern von Bad St. Leonhard in Erinnerung bleiben. In den späten Abendstunden fuhren einige Hochzeitsgäste mit ihrem PKW aus Richtung Reichenfels kommend nach Bad St. Leonhard. Im Bereich von Weitenbach kam es mit einem weiteren Fahrzeug zu einem Zusammenstoß. Dabei wurden 3 Personen getötet.

Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwehr erneut zu einem Brand alarmiert. Am Raning brannte das Wirtschaftsgebäude vlg. Gruber. Beim Eintreffen der Feuerwehr befand sich der Stadl im Vollbrand. Der Versuch, das brüllende Vieh aus dem Stall zu retten scheiterte, da der Landwirt sämtliche Eingänge von Innen mit Ketten versperrt hatte und daher ein Eindringen für die Einsatzkräfte nicht mehr möglich war. Der Landwirt wurde tot im Nahbereich des Stadels aufgefunden.

 

Erst nachträglich erwies sich der Umstand, dass sich die vom Landwirt vorher versperrten Türen durch die Feuerwehr nicht mehr öffnen ließen, als glückliche Fügung. Im Stall waren sämtliche Bodengitter für die Entmistung geöffnet.

 

 

Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn Feuerwehrmänner in den stockfinsteren Stall  zur Rettung der Tiere eingedrungen und dann in die offenen Schächte gestürzt wären.

 

1991 wurde das TLFA 3000-Mercedes 1226, in Dienst gestellt. Damit erhöhte sich die Schlagkraft, bzw. Einsatzstärke der Feuerwehr Bad St. Leonhard beträchtlich.

Ein Detail am Rande: Das alte TLFA 2000, Mercedes 913, wurde nach seiner Ausmusterung 1992 für die Aktion „Bruder in Not“ auf Kosten der Kameradschaft mit Lebensmitteln gefüllt und der kroatischen Feuerwehr Mostar geschenkt.

1993 wurden vom KLFV für die Leistungsbewerbe neue Bestimmungen eingeführt. Bad St. Leonhard begann sofort mit der Umsetzung. In den ersten Jahren beteiligten sich am Bezirksleistungsbewerb eine Gruppe mit sämtlichen Chargen der Wehr und eine weitere Gruppe mit Kameraden der Mannschaftsdienstgrade.

Bei diesen Bewerben konnte bisher immer gute Platzierungen erreicht werden.

1994 erhielt die Wehr abermals ein neues Fahrzeug. Dabei handelt es sich um ein KLFA- Mercedes 310.

 

Ein weiterer Einsatz der in Erinnerung bleiben wird, ereignete sich am 25.02.1996 im Bereich des Talüberganges Lavant, in Twimberg. Beim Frontalzusammenstoß von mehreren Fahrzeugen gab es 3 Tote zu beklagen.

 

In den Jahren von 1970 bis in die heutige Zeit gab es eine größere Anzahl von Wirtschaftsgebäudebränden im gesamten Gemeindegebiet.

1993, schon damals die Zeichen der Zeit erkennend, wurde in Bad St. Leonhard eine Feuerwehr Jugendgruppe gegründet. Da in Kärnten eine Aufnahme bzw. Ausbildung von Jugendlichen in einer Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen war, musste nach den Vorschriften des Steirischen Landesfeuerwehrverbandes bzw. des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes ausgebildet werden.

Im ersten Jahr des Bestehens begann daher für 12 Jugendliche die Jugendausbildung in der Feuerwehr Bad St. Leonhard.

2002 wurde abermals ein neues Fahrzeug angekauft. Es handelt sich dabei um einen Ford Transit Kleinbus. Dieser findet als Kommandofahrzeug seine Verwendung.

 

Im Herbst 2003 konnte ein vom KLFV finanziertes Tunnelfahrzeug in Dienst gestellt werden. Damit ist Bad St. Leonhard nach Wolfsberg die zweite Wehr mit einem derartigen Fahrzeug im Bezirk.

Nur diesem Fahrzeug ist es jetzt möglich, dass die gesamte Mannschaft mit angelegtem Atemschutz ausgerüstet in einen verrauchten Tunnel einfahren kann. Weiters werden 450 Liter Wasser mit entsprechendem Benetzungsmittel mitgeführt.

Bisher wurden 25 Jugendliche in die Aktivstände der Feuerwehren in der Gemeinde übernommen. Ein Teil dieser ausgebildeten Feuerwehrjugendmitglieder ist heute schon in Führungspositionen tätig.

Ab 2003 wird nach den „Richtlinien für die Feuerwehrjugendausbildung“ des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes ausgebildet.

Die Jugend wird in Erste Hilfe, Geräte und Fahrzeuglehre, Kartenkunde, Funkwesen, Organisation der Feuerwehr, Verhalten in Uniform und in der Öffentlichkeit, für Feuerwehrjugendbewerbe sowie die vorgeschriebene praktische Feuerwehrgrundausbildung ausgebildet. Auch Aktivitäten für die Freizeitgestaltung der FJ werden immer wieder angeboten.                      

 

Als 2004 erstmals in Kärnten ein Leistungsbewerb für die Jugendfeuerwehr ausgetragen wurde, wurde an diesem selbstverständlich teilgenommen. Da die Feuerwehr Bad St. Leonhard über entsprechende Erfahrungen im Bereich der Jugendausbildung und im Bewerbsgeschehen hatte, wurde sie mit der Ausrichtung des 1. Kärntner FJ- Landesbewerbes vom Kärntner Landesfeuerwehrverband betraut.

 

Die FJ kann in ihrem 17-jährigen Bestehen auf 3 Teilnahmen an Bundesbewerben und einem Landesmeistertitel in Silber hinweisen.

2008 wurde erstmals an der Aktion „Licht ins Dunkel“  teilgenommen.

Von den örtlichen Wirtschaftstreibenden wurde und wird die Jugendgruppe immer wieder tatkräftig unterstützt.

 

Am 19.01.1996 wurde die Feuerwehr zu einem sehr seltenen technischen Einsatz alarmiert. Es ist im Bahnhofsbereich von Bad St. Leonhard ein Panzer des Österreichischen Bundesheeres abgestürzt. Es war ausgetretener Diesel und Motoröl zu binden. Auch bei der Bergung war die Unterstützung der Feuerwehr notwendig. 

 

Wollte man alle Einsätze unserer Feuerwehr näher beschreiben, so würde allein davon wahrscheinlich ein eigenes Buch werden.